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 Bundesregierungen unter Bundeskanzlerin Angela Merkel:

2005-2009: Schwarz-Rote Koalition aus CDU und SPD
2009-2013: Schwarz-Gelbe Koalition aus CDU und FDP
seit 2013: Schwarz-Rote Koalition aus CDU und SPD

steuereinnahmen diagramm

Seit 2005, dem Jahr, in dem Angela Merkel das erste mal Bundeskanzlerin wurde, stiegen die Steuereinnahmen der Bundesrepublik um über 62% von 452,08 auf 734,52 Milliarden Euro. Abgesehen von dem Jahr 2009 lag der Wert in diesem Zeitraum jedes Jahr über dem des Vorjahres. Hier sanken die Einnahmen aufgrund der Finanzkrise, steigen jedoch seitdem wieder kontinuierlich an und waren bereits 2011 höher als 2008. Seitdem sind die Einnahmen jährlich auf einem neuen Rekordhoch. 

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Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukt ist nicht ganz so steil, wie die der Steuereinnahmen, doch auch hier ist ein großes Wachstum von 42,44% unter Kanzlerin Angela Merkel zu verzeichnen. Ebenso wie bei den Steuereinnahmen bleibt nur im Jahre 2009 das Wachstum aus, der  vorherige Höchstwert aus dem Jahre 2008 wird jedoch hier bereits 2010 übertroffen.

arbeitslosenquote

Die Arbeitslosigkeit sank seit 2005 stark und konnte sich unter Angela Merkel mehr als halbieren. 

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Man sieht hier, dass die Armutsrisikoquote (Einkommen unterhalb von 60% des Miedianeinkommens) vor der Kanzlerschaft Merkels deutlich anstieg. Ebenso der Gini-Koeffizient, (Index, der zum Messen von Ungleichheit genutzt wird. Hier: Einkommensungleichheit. Bei Wert 0 wären alle Gehälter gleich. Bei Wert 1 würde eine Person das gesamte Gehalt verdienen) der ebenfalls vor 2005 stark anstieg. In dem Zeitraum des Anstiegs vor 2005 wuchs ebenfalls der Niedriglohnsektor in Deutschland, welcher seitdem auf einem höheren Wert als 1995 nur noch leicht schwankt. 

Trotz starkem Zuwachs an Steuereinnahmen, einer boomenden Wirtschaft und immer weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen ist die Tendenz der Ungleichheit stabil auf einem deutlich höheren Wert als vor der Jahrtausendwende. 

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Verdeutlicht wird diese zunehmende Einkommensungleichheit bei dem Vergleich, wie sich die Löhne unterschiedlicher Einkommensschichten seit 1995 entwickelten. Während die oberen 40% der Einkommen ein Einkommenszuwachs von mindestens 8% verbuchen können, verlieren die unteren 40% sogar bis zu 7% an Reallöhnen. Diese Entwicklung ist auch vor dem Hintergrund der steigenden Mietpreise in Deutschen Städten zu betrachten. Mehr dazu auf der Sozialen Lage: Gefahr durch steigende Mieten und Wohnungsnot

 

armutsgefaehrdung

Wie zuvor bereits besprochen, hält sich die Armutsgefährdungsquote seit 2005 recht konstant auf einem höheren Level als noch Mitte der Neunzigerjahre. Zuletzt zeigt die Tendenz wieder nach oben, ebenso wie bei der Armutsgefährungsquote von Kindern, welche zwischen 2014 und 2017 um 1,4% auf über 20% anstieg. Kinder leiden also ganz besonders unter der großen Einkommensungleichheit und sind prozentual stärker betroffen als die Gesamtbevölkerung.  

Weitere Zahlen, Artikel und Kommentare zum Thema folgen.

Steuereinnahmen insgesamt in Deutschland: Statistisches Bundesamt
Bruttoinlandsprodukt in Deutschland: Statistisches Bundesamt
Arbeitslosenquote in Deutschland im Jahresdurchschnitt: Bundesagentur für Arbeit
Entwicklung der Armutsrisikoquote und des Gini-Koeffizienten:Bundesregierung: Der fünfte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung der Bundesregierung - Kurzfassung Seite 11
Stundenlöhne in Deutschland nach Einkommenszehnteln: Hans Böckler Stiftung; Deutscher Gewerkschaftsbund: Atlas der Arbeit (2018), Seite 14
Armutsgefährungsquote insgesamt und von Kindern in Deutschland: Statistisches Bundesamt